14. François ALLAIN – Die MyLittleRedCar-Kolumne in AUTOHEROES #025


Die Überreste von François Allains Jaguar E-Type, der auf der Rennstrecke 24 fuhr. William Lyons' Meisterwerk, entworfen vom Aerodynamiker Malcolm Sayer (der auch die C- und D-Types entwarf), bleibt ein Sinnbild der 60er Jahre...

Fan der „Sechzigerjahre“

François Allain, Moderator von Vintage Mecanic auf RMC Découverte und No Limit auf Auto Moto la chaîne, ist den Sechzigern treu geblieben, und zwar nicht nur musikalisch...

Ich war kaum einen Meter groß und erinnere mich daran, wie ich die Miniaturautos, die meinem Vater oder meinem Bruder gehört hatten, neu bemalte. Ich gestaltete sie nach meinen mehr oder weniger fantasievollen Vorstellungen.
Sobald ich alt genug war, auf dem legendären Circuit 24 zu fahren, setzte ich mich ans Steuer dieser kleinen Elektro-Rennwagen. Ich habe gerade ein wertvolles Relikt wiederentdeckt: einen mythischen Jaguar E-Type. Genau den, mit dem ich mich mit meinem Bruder in endlosen, kreisförmigen Duellen geschlagen habe. Für mich war er schon damals eines der schönsten Autos des 20. Jahrhunderts! Und natürlich liegt es daran, dass wir beide im selben Jahrzehnt geboren wurden, dass mir dieser Jaguar besonders am Herzen liegt! Auf diesem Foto, das Julien für „My Little Red Car“ gemacht hat, sieht man, dass der Fahrer fehlt. Ganz klar, ein Freud’scher Versprecher! Tatsächlich träumte ich ab Ende der 70er-Jahre leidenschaftlich davon, den Platz der Fahrer einzunehmen, die vom Trocadero zur Rallye Dakar aufbrachen. Glaubt mir, als ich sie abfahren sah, war es um mich geschehen – meine Leidenschaft für den Rallyesport hat sich für immer verändert!

Wenn ich an meine Kindheitsfreuden mit Autos denke, kommen mir viele weitere Erinnerungen in den Sinn. Da ist der Peugeot 404 meines Vaters, mit dem wir regelmäßig Familienausflüge zum Parc de Saint-Cloud unternahmen. Und dann ist da der Weihnachtsabend 1973, als mein Vater in seiner Eile, ein Geschenk für meine Mutter zu kaufen, den Familienwagen zu Schrott fuhr! Wir mussten uns ein kleineres Auto zulegen, denn das alte war für uns Stadtbewohner einfach zu groß geworden. Ich sehe mich noch heute vor mir, wie ich hoffte, er würde mich in einem 304 S Coupé von der Schule abholen, aber es wurde schließlich eine Limousine, in der ich ein paar Jahre später das Fahren lernte. Da ist die wahre Schatzkammer der Sammlung von Roger Brioult, einem Cousin, der in der Normandie im Ruhestand war und die „Revue Technique Automobile“ (Technische Automobilzeitschrift) gegründet hatte. Und da sind die Urlaube in der Bretagne, wo unser Nachbar jedes Wochenende in einem Datsun und später in einem Nissan Z ankam, weil er für Jean-Pierre Richard arbeitete, den Importeur persönlich! In der Garage stand auch eine Isetta Velam, und wenn ich mich recht erinnere, ein Fiat 500 Jardinière. Vor allem aber umgibt all diese Erinnerungen eine gehörige Portion Nostalgie, und ich bin nach wie vor überzeugt, dass diese kleinen Lebensmomente, diese unbedeutenden Dinge, diese winzigen Freuden mich geprägt und meine Leidenschaft für Automobile geformt haben.

Glaubt mir, noch bevor ich 18 wurde, habe ich die Tage bis zu meinem Führerschein gezählt – diesem heiß ersehnten Geschenk! Mein erstes Auto war ein Peugeot 204. Einen 205 GTI konnte ich mir nicht leisten, also entschied ich mich für einen Youngtimer aus dieser Zeit. Mein Sammelabenteuer hatte gerade erst begonnen. Schon bald hielten Fiats, Autobianchis, Citroëns und Porsches Einzug in mein Leben. 35 Jahre später ist meine Sammlung ziemlich vielseitig und reicht von einer winzigen Vespa 400 bis zu einem riesigen englischen Taxi! Bei genauerem Hinsehen machen die Autos aus den Sechzigern, also aus meinem Jahrzehnt, den größten Teil aus. Sammler scheinen von den Autos ihrer Kindheit beeinflusst zu sein, und ich bin das beste Beispiel dafür!

Ich habe den kleinen Jaguar E-Type in einer Spielzeugkiste wiederentdeckt, die meine Mutter über ein halbes Jahrhundert lang aufbewahrt hatte! Er ist ein wahrer Schatz für mich und steht nun stolz in meinen Vitrinen, wo Erinnerungen jene Art von freudiger Melancholie hervorrufen, die so oft die Begeisterung in den Seelen von Sammlern begleitet!

François Allain für MyLittleRedCar

Mit Grübchen auf den Wangenknochen und einer Beatles-Frisur hatte François Allain schon alles, um zu bezaubern.

Unsere älteren Ausgaben sind erhältlich: AutoHeroes-Kiosk